Samstag, 01.06.2013

Five Fucking Days Left In Australia

Das Ende kommt schneller, als man denkt. Endlich hatte ich einen tosicheren mit ausreichend Geld gedeckten Plan und dann breche ich mir die Knochen. mann sollte eben in Australien nie zu weit im voraus planen. Doch alles von Anfang an!

Der Abschied von Sydney und den Menschen dort ist mir genauso schwer gefallen, wie ich es vermutet hatte. Die ein oder andere Traene wurde verdueckt, aber ein Wiedersehen versprochen. Doch dann gin es in unserem dunkelgruenen Grashopper los Richtung Norden, Richtung Sommer, Sonne und Meer.
Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Strandparkplatz in der Gegend von Port Stephens, Anna Bay und der genaue Ort hiess Birubi Point. Als es dunkel wurde gingen wir ins Bett und mit dem Sonnenaufgang standen wir auf. Direkt am Strand haben wir natuerlich einen entspannten Strandspaziergang gemacht. Es gab nur uns und das Rauschen des Meeres. Komisch, da wir die Massen der Grossstadt Sydney und den Laerm noch gewohnt waren. Unser einziges Problem war der Drang zu Duschen und diesen konnten wir leider an diesem Strand nicht stillen. Also fuhren wir weiter. Immer ueber sogenannte tourist drives, eigentlich nichts weiter als Landstrasse. Wir fuhren durch die Natur, alle paar Kilometer kamen wir in einen kleinen Ort oder haben weiter entfernt eine Farm gesehen. So viele Menschen in den Staedten leben, so wenige findet man auf dem Land.
Am zweiten Abend machten wir kurz vor Port Maquarie Halt in einem kleinen Ort namens Bonny Hills. Dort fanden wir oeffentliche Toiletten und, oh Wunder, kalte Duschen. Da es warm genug war, sprangen wir kurz ins Meer. Nach kurzem Hin und Her entschieden wir uns unser Zelt direkt unten am Meer aufzuschlagen, da es mehrere verwinkelte und geschuetzte Straende waren und wir nicht vor den Augen der ganzen bewohner umher im Auto naechtigen wollten. Gefroren haben wir in der Nacht. Saskia weckte mich mehrmals vor Angst draussen wuerde ein dunkler schwarzer Mann umherlaufen. Im Endeffekt war natuerlich niemand vorm Zelt, aber man kann nie wissen. Wir waren wild campen eben noch nicht gewohnt. Am naechsten Morgen wachten wir wieder frueh auf und nach einem kurzen Fruehstueck machten wir uns auf den Weg zu einem Koala Hospital. Wie gern hatte ich einen von denen einfach als Haustier ins Auto gepackt. Wobei das waere dann ein Autotier, wir haben kein Haus ;)

Weiter ging es durch die Orte Port Maquarie und Coffs Harbour durch zu einem wunderschoenen Flecken namens Arrawarra, wo wir mit Justus, einem Freund aus Sydney verabredet waren. Es traff sich gut, wir wollten surfen lernen und er arbeitet dort in einem Surfcamp. Wir schliefen dort und am naechsten Morgen ging es los zu unserer ersten Surfstunde auf dem offenen Meer.

Die Wellen schienen bezwingbar und nach einer gefuehlt ewig andauernden Einfuehrung an Land ging es endlich ins Wasser. Zunaechst wurde ich von den Surflehrern quasi in die Welle gestossen und musste garnicht selbst anpaddeln, doch mir viel es schon schwer liegend das Gleichgewicht auf dem Board zu halten. Viel Wasser wurde geschluckt doch irgendwann fing ich an mir selbst die Welle zu erpaddeln. Nach zwei, drei fast geglueckten Versuchen, stand ich endlich mit beiden Beinen auf dem Board und ritt bestimmt nicht allzu elegant die Welle. Was ein Gefuehl! Unbeschreiblich gut! Davon machte sogar ein Fotograf ausserhalb des Wassers ein Bild. Hoffentlich bekomme ich noch das Beweismaterial zugeschickt. Das Glueck sollte naemlich nur von kurzer Dauer bleiben. Die Welle lief naemlich Richtung Strand aus und ich dachte mir , wie komme ich nun runter von dem Ding. Natuerlich hatte ich dank des ganzen Adrenalins im Koerper alle Anweisungen vergessen. Der Surflehrer erwaehnte in der Einfuehrung: “Don't jump of in shallow water. Do the starfish!”. Das naechste Mal werde ich diese Anweisung auf jeden Fall befolgen. Aus Fehlern lernt man, aber wer haette gedacht, dass ich mir beim Runterspringen gleich den Knoechel breche. Ich sass also im Wasser mit dem mir bereits bekannten Schmerz im Fuss und dachte nur wieso?! Die Surfstunde war sowieso vorbei, also humpelte ich mit Hilfe der Surflehrer den ewigen Weg zurueck zu unserem Camp und entledigte mich dort erstmal meines wetsuits und zog mir warme Sachen an. Der Schmerz wurde nicht weniger und der Fuss wurde dicker. Mir war schnell klar, ich sollte ins Krankenhaus fahren. Also packte ich mich ins Auto und Saskia und ich fuhren den ganzen Weg anch Coffs Harbour zurueck ins naechst groessere Krankenhaus. Dort wartete ich natuerlich Ewigkeiten im emergency Bereich. Die Schmerzen waren zu ertragen, aber ich wollte Bestaetigung haben und nicht in Ungewissheit schwimmen. Auf den Roengtenbildern erkannte man den Bruch sofort und ich bekam eine Gipsschiene an den Fuss und komische australische Kruecken in die hand gedrueckt. Die kannte ich bisher nur von amerikanischen Krankenhausserien.

Danach ging es bei Dunkelheit und Regen wieder zurueck ins Camp, wo ich nach ein bisschen Gitarrenmusik sofort hundemuede ins Bett fiel. Ich schlief erstaunlich gut in der
ersten Nacht. Am naechsten Tag gab es die besten Wellen seit drei Monaten, aber leider blieb mir nur das Zugucken uebrig. Am liebsten haette ich mir direkt ein Board geschnappt und waere wieder raus aufs Meer.

An dem Tag ging es weiter nach Byron Bay, dem wahrscheinlich coolsten Surferort in ganz Australien. Wunderschoener Fleck, den ich leider nicht wirklich geniessen konnte. Schnell wurde mir klar, ich will heim. Ich gebe hier viel hart erspartes Geld aus ohne wirklich das zu sehen und zu bekommen, was ich erwartet habe. Wie soll ich die naechsten Wochen einen Trip auf nem Segelboot machen. Ganz zu schweigen von den vielen Wegen, die zurueck gelegt werden muessen. Alles bedeutet fuer mich Anstrengung und fuer die Dusche brauchte ich ploetzlich Ewigkeiten.

Ich begann meine Rueckflug zu organsieren. Fast hatte ich schon meine Umbuchung bestaetigt, als klar wurde, ich kann mit dem Gipsbein nicht in den naechsten Flieger
steigen. Bei jeden normalen Flug schwellen die Fuesse an und gebrochene Fuesse noch viel staerker. Das bein muss also durchgehend hochgelegt werden. Wie soll das bei einem normalen economy Flug funktionieren, genau, da haben wir es. Im Endeffekt bekomme ich ein upgrade auf business class und die Versicherung zahlt dafuer. Cool oder?! Eiegentlich nicht! Lieber waere ich noch zwei weitere Monate in Australien geblieben und haette das Land gesehen, Surfen gelernt und eine gute Zeit gehabt.

Trotzdem nehme ich nach sieben Monaten natuerlich viel mit heim. Mein Englisch hat sich deutlich verbessert! Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, die ich zu meinen engen
Freunden zaehlen kann! Ausserdem stande ich hier auf eingenen Beinen. Ich habe mein Leben komplett selbst finanziert und dabei auch noch Geld gespart. Von der Arbeitserfahrung, die ich hier gemacht habe, wollen wir garnicht erst anfangen zu reden. Ich fliege hier mit einem weinenden und lachendem Auge nach Hause. Das letzte Wort mit Surfboard und diesem Land ist eindeutig noch nicht gesprochen! Ich werde wieder kommen und wenn es noch ein paar jahre dauert. Die ersten Tage haben meinen Reiz auf mehr geweckt.

Jetzt kann ich Saskia und Ingi nur viel Spass auf dr Tour wuenschen, die ich gern mitgemacht haette, und mich auf Muenchen und meine Freunde freuen!

Die letzten Tage werde ich so gut es geht noch geniessen. Ein Schluck Goon muss noch getrunken werden und shoppen werde ich auch noch gehen. Momenatn suche ich noch meinem persoenlichen Packesel ;)

Mir geht es trotz gebrochenem Bein richtig gut hier in Brisbane. Die Menschen im Hostel helfen mir, wo sie nur koennen. Ich habe immer etwas zu essen und jede Tuer wird mir
aufgehalten. Das laufen mit Kruecken faellt mir von Tag zu Tag
leichter und die Treppen sind mittlerweile auch kein Hindernis mehr.
Ich wuesste trotzdem nicht, wie ich das allein hinbekommen wuerde und
bin den anderen Backpackern so dankbar. Ohne Saskia waere ich wohl
garnicht vom Fleck gekommen.

Jetzt habe ich nur noch fuenf Tage. Ingi ist seit gestern Abend hier und es gibt nichts schoeneres als sie endlich wieder zu sehen, doch bei dem Gedanken, dass es bald
wieder fuer vier Moante Abschied nehmen heisst, werde ich richtig traurig. Wir haben uns dann nur einmal dieses Jahr gesehen. Kann das wahr sein?!


Ich freue mich auf jeden von euch <3

 

Dienstag, 14.05.2013

Nur noch..

6 Tage, 6 mal Schlafen, 4 mal Putzen, 4 mal in der Pizzeria arbeiten,
vielleicht noch 2 mal Schildhalten, 1 mal Pub Crawl am Donnerstag, ein letztes
Wochenende und dann.. und dann geht es endlich los! Saskia und Paulina machen
sich mit ihrem dunkelgrünen Ford Falcon auf Richtung Norden. Vorher
plündern wir noch etwas unser Hostel. Waschpulver, Toast und vielleicht auch
ein Kopfkissen werden in einer Nacht- und Nebelaktion ins Auto gepackt ;)

Ich freue mich riesig auf diesen Moment einfach loszufahren, wie es mich aber
gleichzeitig sehr traurig macht. Dieses Hostel wird noch da sein, wenn ich
wieder zurückkehre nach zwei Monaten, aber es wird sich nicht mehr nach Daheim
anfühlen. Der Ort ist durch die ganzen lieben, tollen, fantastischen Menschen
zu meinem australischen Zuhause geworden. Die werden in zwei Monaten aber alle
verstreut auf der ganzen Welt sein. Einige werden auch gerade Australien
entdecken, andere sind wieder in ihrer Heimat. Viele davon will ich wieder
sehen. Ich hoffe, dass man sich das nicht allzu leichtgläubig verspricht und
nie etwas daraus wird. Ich habe hier Freunde gefunden mit denen ich über mehrere
Monate alles geteilt habe, selbst das Zimmer, manchmal sogar das Bett. Diese
Menschen werden zur Familie. Sie haben mich lachen und weinen sehen. Haben mit
mir gelacht oder auch getröstet. Sie haben für mich gekocht, ich habe für sie
eingekauft. Sie haben meinen Teller abgewaschen und ich ihre Wäsche gewaschen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange in Sydney bleiben würde. Zeitweise wollte
ich nur weg. Doch jetzt, wo alles aufgeht und ich meinen Roadtrip starte, genau
wie ich es wollte, sehe ich zurück und habe ein Grinsen im Gesicht. So eine
schöne Zeit am anderen Ende der Welt in einem doch etwas runtergekommenen, aber
eben familiären Hostel wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Mittlerweile bin ich 202 Tage weg von München von meinen Lieben. Mich zieht es wieder zurück, doch vorher steht noch etwas an… :)
In dem Sinne, wünsche ich euch schöne Pfingsttage! Ich denke an euch!

Montag, 06.05.2013

AUTO AUTO AUTO

Wer es noch nicht weiß, Paulina hat ein halbes Auto gekauft. Das heißt zusammen mit einem anderen deutschen Mädchen, Saskia, habe ich eine große Investition getätigt. Ich kann es selbst kaum glauben. Hihi. Dieser Schritt war natürlich ein großer Richtung dem Ziel: Paulina verlässt Sydney und entdeckt den riesigen Rest Australiens. Hoffentlich habe ich nicht nur einen hoffentlich sehr treuen dunkelgrünen (Lieblingsfarbe, oha!) Ford Falcon als Begleiter und Schlafplatz gefunden, sondern auch ein Mädel mit der man die Zeit genießen kann! Heute sind es noch genau zwei Wochen bis wir unseren acht Wochen langen Roadtrip starten. Ab diesem Punkt kann ich für Erreichbarkeit nicht mehr garantieren :P Wir nehmen zunächst die Ostküste in Angriff. Ich freue mich auf schöne Strände und vielleicht schaffen wir es noch uns ein Surfbrett anzuschaffen, dann steht dem Wellenreiten auch nichts mehr im Wege. In Brisbane werden wir ein ganz tolles Mädel ins Auto einpacken. Meine beste Freundin, Ingi, hat sich doch recht kurzfristig auch zum Reisen entschieden und wird uns für einen ganzen Monat begleiten… JUHU! Was kann es schöneres geben? Das ist das pure Glück im Leben!

Gearbeitet habe ich nun 6 Monate lang in Sydney. Verschiedenste Sachen habe ich gemacht. Alles begann mit Flyer verteilen für Dusit Thai Massage. Man kann sich wirklich schöneres vorstellen als 4h fünfmal die Woche in einer riesigen Straße zu stehen und den Leuten die Werbeblätter in die Hand zu drücken, aber es hat einem den Aufenthalt in der Großstadt finanziert, auch wenn man noch kein Geld sparen konnte. Glücklicherweise habe ich kurz vor Weihnachten einen Putzjob in meinem Hostel bekommen, durch welchen ich keine Unterkunft mehr zahlen musste. Ich putze seit Weihnachten also jede Woche. Erst war ich Weekend-Cleaner. Ich musste am Wochenende das ganze Hostel zum Glänzen bringen. Von Küche, Zimmern, Roof top, Tv-Room bis zu den verhassten Bädern musste alles auf Vordermann gebracht werden. Nach zwei langen ekligen Monaten bin ich aufgestiegen zum Morning-Cleaner. Von Montag bis Samstag war es nun meine Aufgabe Roof top, Treppenhaus(wir haben viele Treppen im Hostel) und die Rezeption zu Putzen. Habt ihr mitbekommen, was das Gute ist… ja genau, keine Bäder mehr ;) Bessere Jobs kann man sich doch gar nicht vorstellen oder?! Zum neuen Jahr habe ich dann auch endlich meinen ersten Kellnerjob bekommen. In einem sehr runtergekommenen deutschen Restaurant, brachte ich Brezn, Schweinshaxn und Apfelstrudel zu den meist australischen Gästen. Meinem Geld musste ich Woche um Woche hinterher rennen und viele Schichten habe ich leider auch nicht bekommen. Irgendwann zu dieser Zeit habe ich angefangen immer mal wieder ein Schild zu halten. Ein Junge, der auch im Hostel arbeitet, hat einen Job als Schildhalter und immer wenn er keine Zeit/Lust hat, übernehme ich seine Schicht. Ich sitze 4h an einer Stelle und habe das Schild zwischen den Stuhl und Lehne gesteckt und muss mich nur leicht dagegen lehnen. Gott, bin ich froh, einige Hörbücher auf meinem IPod gespeichert zu haben. Harry Potter lässt mich doch recht einfach die Zeit überstehen. Einen wirklichen Lichtblick und guten Job in Aussicht hatte ich als Kellnerin bei MUMU Grill (ein australisches Steakhouse, cooles Restaurant!). Doch leider wurde daraus dann nach zwei Wochen doch nichts. Bei dem deutschen Restaurant hatte ich zu dem Zeitpunkt schon gekündigt und der Besitzer hat mich nicht sehr freundlich verabschiedet, obwohl ich drei Monate lang ohne Fehltage und vollen Einsatz geschuftet habe. Also stand ich wieder in Sydney mit einem etwas volleren Geldbeutel, aber ohne Job mit dem ich meinen Geldbeutel noch schwerer werden lasse. In den nächsten zwei Wochen habe ich bei zwei deutschen Bäckereinen Probe arbeiten dürfen, aber irgendwie sollte es nicht klappen. Erst in einer italienischen Pizzeria, die nicht mehr viel mit Italien zu tun hat, sollte ich wieder Arbeit bekommen. Zapparellis hat einen armenischen Besitzer und auch sämtliche Mitarbeiter kommen ursprünglich aus Armenien. Ein Mitarbeiter geht ans Telefon mit den Worten: „Zapparellis, ca va? Ca va?“. Ich frage mich, ob er weiß, dass er Französisch spricht oder denkt, er würde grad auf Italienisch fragen, wie es dem Anrufer geht. Von der Pizzaauswahl sollte man gar nicht sprechen. Die einzig mir bekannte Pizza auf der Karte ist Margaritha. Wer hat Lust auf Supreme, Australian, Nachos oder Surf & Turf? Hört sich alles besser an als es ist, wenn man hinten in der Küche steht und das Wasser aus den auftauenden Garnelen mit der Hand raus quetschen soll oder riesige Käseblöcke, welche anscheinend mein heißgeliebter Mozzarella sein sollte, durch die Käsemaschine schicke und zu Reibekäse verarbeiten lasse. Lecker oder? Zum Glück bekomme ich nicht nur sofort nach meiner Schicht das Geld bar in die Hand, sondern auch eine Pizza meiner Wahl. Pizza kann ich nun überhaupt nicht mehr sehen, aber ein Abendessen umsonst sollte man nicht missen.

Bald hat diese mehr oder weniger erfolgreiche Arbeitssuche und Arbeit ein Ende. Geld habe ich trotz Auf und Ab gespart. Ich hatte eine tolle Zeit in Sydney und hoffe, dass ich viele Menschen, die ich hier kennengelernt habe, wieder sehen werde! Ich habe hier Freunde gefunden, die wie Familie für mich geworden sind. Es gibt doch nichts schöneres, als Essen ans Bett gebracht zu bekommen oder die einfache Frage: „Wie war die Arbeit?“. Menschen, mit denen man an den Strand fährt, Party macht oder auch einfach nur gemeinsam kocht und Wäsche wäscht. Wer hatte gedacht, dass ich 6 Monate in einem 10-Bett-Zimmer schlafen kann, aber mittlerweile frage ich mich, ob oder wie ich noch allein im Zimmer einschlafen kann! Sydney und das woodduck sind mein australisches Zuhause geworden. <3

Der Abschied wird schwer, aber mit dem Ziel und Traum der folgt, lässt es sich doch ganz gut angehen!

Auf den FCB <3 Dieses Jahr werden wir auch das Finale gewinnen! Ich werde wohl um 4.45Uhr morgens aufstehen um die beste Mannschaft anzufeuern. Meine Mitautobesitzerin, die aus der Gegend von Dortmund kommt, wird in dem Moment wohl zum Gegner ;)

Liebe Grüße an alle Bayernfans aus der Heimat!

Das kleine Paulinchen mit ihrem halben AUTO :)

Sommersprossen? Wer braucht die schon, wenn man ein halbes Auto besitzt?! ;)

Samstag, 27.04.2013

Anzac Day – Ein australischer Feiertag

Am 25.April werden in Australien und Neuseeland die gefallenen Soldaten geehrt. Das heißt in Sydney, die Straßen sind wegen langen Paraden gesperrt und da ich an diesem Tag nicht Arbeiten musste, konnte ich mir das feierliche Ende am War Memorial im Hyde Park ansehen. Bevor die Parade ankam, konnte man sie schon hören. Was ich hörte waren schottische Bagpipes. Ich konnte es kaum glauben, jeder hat seinen Kilt getragen. Eigentlich keine Überraschung wenn man bedenkt, dass Australien ein eher junges Land ist und sehr von englischen und anscheinend auch schottischen Traditionen geprägt ist. Gesungen wurde im Laufe der Zeremonie nicht nur die australische Nationalhymne, sondern auch das englische „God save the Queen“ wurde angestimmt.

Ein Wort, mateship, beschäftigt mich immer noch. Das Wort war Thema einer längeren Rede. Eigentlich würden wir Freundschaft ins Englische mit friendship übersetzen. Die australische Version ist mateship. Mate sagt man zu sich untereinander staendig. Begruessen sich zwei Australier:

Hi, how’s it goin‘ mate?

Not so bad. Not so bad, mate.

Sorry, mate, I forgot to call you yesterday.

No worries, mate!

Mateship hört sich für mich nach australischer Freundschaft, Brüderschaft an!

Brüderlich sind die Australier nach der Parade geschlossen in sämtliche Pubs gerannt und haben sich bis zum umfallen besoffen. Noch etwas sehr typisch Australisches. Feiertag heißt dicht sein, wer nüchtern beziehungsweise überhaupt heimgeht, hat etwas falsch gemacht.

Die Schotten aus dem Hostel haben sich auf jeden Fall über ein bisschen Heimatgefühl gefreut!

Ansonsten geht’s mir spitze!„No worries, mate!“ ist fester Bestandteil meines Wortschatzes. Cool oder?! Richtig cool, finde ich ;)

Love and miss you, my mates! <3

Sonne scheint, Sommersprossen begrüßen sich gegenseitig wie echte Australier. Die meisten von ihnen können sich auch Australier nennen, da sie hier zum ersten Mal das Licht der Welt erblicken durften ;)

Montag, 01.04.2013

Ostern auf der Insel

Zum ersten Mal während meinem Australienaufenthalts waren die Supermärkte einen ganzen Tag geschlossen. Selbst an Weihnachten hatte Coles, der nächste große Supermarkt, noch Vormittags geöffnet. Mittlerweile bin ich sowieso verwöhnt von den Öffnungszeiten, denn vor 24uhr schließt kein Supermarkt in der Stadt. Oft kaufe ich erst nach der Arbeit auf dem Heimweg ein.

 

Ostern war aber auf jeden fall den Traditionen am Ähnlichsten, die ich aus Deutschland kenne. Es gab Schokohasen und Schokoeier im Supermarkt zu kaufen. Sogar meine geliebten Löffeleier gibt es hier. Trotzdem habe ich mich wegen der hohen Preise zurück gehalten. Immer schön im Hinterkopf, dass bald von der Mama ein kleines Paket mit Schokolade ankommen sollte. Diese werde ich leider nicht suchen müssen. Das erste Mal in meinem Leben habe ich keine Ostereier gesucht. Heißt das, ich bin erwachsen?! :D Beinahe wäre ich sogar auf die Suche gegangen. So wie die Supermärkte über die Osterfeiertage geschlossen hatten, waren auch sämtliche Restaurants, Bäckereien und andere Geschäfte nicht geöffnet. Zwei Sächsische Jungs, Joni und Martin,  und ich kamen auf die Idee über das Wochenende einen kleinen Ausflug zu machen. Am Ende entschieden wir uns die Nacht von Samstag auf Sonntag auf einer kleinen Insel, Cockatoo Island, im Hafen Sydneys zu zelten. Das Zelt haben wir in unserem Hostel gefunden und da es keinen Besitzer hatte, konnten wir es über Nacht mitnehmen. Wie es aber mit gefundenen Sachen so ist, hat es meistens einen Grund, warum man sie liegen gelassen hat. Bei unserem Zelt haben die Heringe gefehlt. Also stand es mehr oder weniger fest am Boden und durch die „leichte“ Meeresbrise wurde es auch nicht gerade dem Boden näher gebracht. Wir haben einfach alles, was wir dabei hatten und ein paar gesammelte Steine ins Zelt gepackt und uns gedacht, dass es für eine Nacht schon gehen wird. Dann haben wir uns leckere Burger gebraten und es vor unserem Zelt gemütlich gemacht. Der Sonnenuntergang war perfekt und wir haben den ganzen Abend viel gelacht. Am nächsten Morgen war leider das gute Wetter vom Vortag verschwunden und wir flüchteten nach einem Kaffee/Heiße Schokolade und ein paar Nutellabroten auf die Fähre und damit wieder zurück aufs Festland. Noch kurz die Erklärung, wie ich fast doch noch zum meiner Ostereiersuche gekommen wäre. Als wir auf der Insel ankamen waren wir dort nicht allein. Viele Familien hatten die gleiche Idee über die Osterfeiertage der Stadt zu entfliehen. Es gab sogar eine von der Insel organisierte Ostereiersuche. Leider durfte man nur bis zum Alter von 12 Jahren teilnehmen. Traurigerweise/Glücklicherweise glaube ich, dass es doch aufgefallen wäre, wenn ich mich, mit meinen 7 Jahren mehr auf dem Buckel, unter die Kinder gemischt hätte. Die Idee kurz vor dem angekündigten Beginn der Suche die Insel unsicher zu machen und einige Eier mitgehen zu lassen, brachten wir dann auch nicht uebers Herz beziehungsweise wir verschliefen diesen Zeitraum.

Es hat gut getan aus dem Hostel und aus der Stadt für einen Tag rauszukommen. Trotzdem war auch schon dorthin wieder zurückzukehren. Irgendwie wird man nach so langer Zeit doch zu einer kleine Familie.

Danach kam der Montag und eigentlich ging alles wieder seinem geregelten Lauf. Morgens im Hostel putzen und danach bin ich in die Stadt, um den Job, ein Schild halten, für einen Freund aus dem Hostel zu übernehmen. Auf dem Weg dort hin, rutsche ich erst mal richtig verplant in einer Shopping-Meile aus und dachte, dass heute wohl nicht ganz mein Tag werden sollte. Doch schon beim Schild angekommen, änderte sich alles in einen meiner besten Tage während meiner bisherigen Zeit in Australien. Ich hatte Samstags auf der Toilette des Gebäudes meinen noch sehr neuen IPod Classic liegen lassen. Als ich es zwei Minuten später merkte und zurückrannte, war er weg. Ich habe noch ewig einen Angestellten gesucht, doch niemanden finden können. Als ich jedoch Montags dort ankam, sprach mich ein Security an und fragte mich, ob Deutsch wäre. Er hätte einen IPod gefunden, wo er durch die deutschen Einstellungen sofort an uns „Schildhalter“ denken. Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich war! Doch Abends setze dem ganzen die Krone auf. Ich hatte eine Probearbeiten in einem supercoolen Restaurant. Ich habe den Job bekommen! Der Manager sucht jemanden, der täglich arbeiten kann. Hier bin ich! Die Mitarbeiter, von Australiern über französische und (haltet euch fest) einem bayrischen Backpacker, sind wirklich nett. Nach dem Probearbeiten habe ich noch ein 34$ teures Lachsfillet bekommen. Normalerweise gebe ich in einer Woche höchstens so viel für Lebensmittel aus.

Danach war ich der, wohl in diesem Moment, glücklichste Mensch auf der ganzen Welt!

Sommersprossen-Update: Ich habe eine große Sommersprosse direkt dort bekommen, wo das Auge neben der Nase anfängt. Ich denke jedes Mal, dass ich dort Dreck habe, wenn ich in den Spiegel schauen und versuche die Sommersprosse wegzuwischen.

Liebe Grüße und Frohe (verschneite?!) Ostern!

Donnerstag, 07.03.2013

Shark Bay oder "Wie wir den Haien zeigen, wo's lang geht!"

Mittlerweile bin ich in Sydney daheim. Der Alltag ist eingekehrt. Arbeit gehört zum Leben wie Strand und Feiern. Dienstag war der letzte Tag eines sehr sehr langen dänischen Mitbewohners, Fred. Den Typen kann man einfach nur mögen! Der letzte Tag soll doch etwas Besonderes werden und das endlich wieder sonnige Wetter, ließ unsere Ideen sprudeln.

Das Ziel stand fest, Shark Bay. Doch uns erwarteten keine gefährlichen Haie, wie der Name vermuten lässt, sondern Klippen! Allgemein haben wir die Höhe auf 5-6Meter geschätzt. Doch Name und Klippe machen den Ort noch nicht besonders. Die fantastische Sicht auf die Skyline Sydneys lässt alle Augen und Münder weit offen stehen.  Die Bilder sprechen für sich.

Was kann man zur Arbeit sagen? Ich hab gestern mein Dirndl bekommen! Eine Münchnerin im Himmel! Leider muss ich hauptsächlich Kölsch und ein unbekanntes Dortmunder Bier ausgeben, was mein bayrisches Herz kaum verkraftet. Schlimmer noch in der deutschen Wiedergabeliste befindet sich vermutlich eines der dümmsten Lieder, die Deutschland jemals hervorgebracht hat: Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner. Da kann ich nicht mehr! Ohrwurmformat hat das Lied auf jeden Fall, wie sich meine Mitbewohner schon oft anhören durften. Doch Arbeiten macht Spaß, vor allem die netten Arbeitskollegen erheitern jede Minute, in der es nichts zu tun gibt.

Sommersprossen sind durch den Wettereinbruch leider wieder zurückgegangen. Doch ich wusste bisher nicht, dass diese auch auf der Lippe entstehen können!

Busserl an die Besten!  

Donnerstag, 10.01.2013

Endlich Arbeit!

Paulinchen hat endlich einen stinknormalen Job gefunden, der mich weder ein Schild halten lässt noch den Besen schwingen lässt. Ich habe wiederholt alle deutschen Restaurants (davon gibt es überraschenderweise Einige!) in Sydney abtelefoniert und im Rhinedorf’s Restaurant suchten sie tatsächlich eine Kellnerin.  Meine erste Schicht liegt bereits hinter mir. Ab jetzt wird nicht mehr Schnitzel gesagt, sondern in Aussie-Style „Snitzel“, sonst verstehen die doch gar nicht, was ich ihnen auftischen will. Wo sind wir denn hier? Die kommen doch in ein deutsches Restaurant, dann kann ich doch die Namen des Essens zumindest deutsch aussprechen. Die Bratwurscht ist eben die Bratwurscht und nicht eine „Brädwörst“. Ach ich werde es verzeihen, es ist eine schwere Sprache!

Als in der Wiedergabeliste „Ein Prosit auf die Gemütlichkeit“ gespielt wurde, wusste ich nicht mehr aufzuhören zu Lächeln. Alles in allem, habe ich endlich Arbeit und nach dem italienischen Barmann bin ich „Not so bad for a German“. So kann es doch weitergehen!

Demnächst bekomme ich ein Dirndl in dem dort Arbeiten werde. Gibt es was Schöneres? Ich glaube ja, aber toll ist es trotzdem.

Habe übrigens eine tolle Laufstrecke gefunden. Ich jogge durch den größten Park Sydneys, der Royal Botanic Garden. Ein Teil der Strecke verläuft am Ufer und die Sicht auf Harbour Bridge und das Opera House ist fantastisch. Wenn München viele Radler hat, gibt es in Sydney dreimal so viele Läufer. Vor der Arbeit, in der Mittagspause sogar nach einem anstrengenden Tag  laufen laufen laufen sie. Das steckt natürlich jeden Menschen an.

Ich werde immer neidisch, wenn ich tolle Bilder vom Skifahren sehe, aber sobald ich dann wieder einen Tag am Strand verbracht habe und die Sonne genießen konnte, sind diese Bilder verflogen und meine Sommerprossenanzahl gewachsen.

Genießt den Winter mit Allem was dazugehört! Noch eine weitere kalte Jahreszeit könnte auch ich nicht verpassen. Dafür liebe ich die schneebedeckten Alpen viel zu sehr. Ich freue mich auf den Tag, wo ich mit euch und meinen zwei heißgeliebten Brettern unter den Füßen den Berg runterheizen kann!

Kuss und Schluss <3

Mittwoch, 02.01.2013

Verregnete bärtige Weihnachten und ein wunderbar sommerliches Silvester

     Hier wird nicht an Heiligabend gefeiert, sondern am 25.Dezember, der erste Weihanchtsfeiertag. So kam es, dass viele noch am 24.Dezember arbeiten mussten.  Ich konnte dank einer lieben Mama einer meiner Zimmergenossen mit einem gscheiden Weisswurstfruehstueck und nem kuehlen Bier in den Tag starten. Danach ging es noch kurz in die Stadt, um die Weihnachtstsimmung einzufangen, die letzten Geschenke zu kaufen und mit einem anderen Maedel sich selbst einen leckeren Frozen Johgurt als Geschenk zu goennen. Abends haben wir den Tag ganz untypisch trinkfreudig ausklingen lassen.

Der nächste Tag begann wahnsinnig toll. Ich bekam, getarnt als Weihnachtsgeschenk, meine Taufkette und auch den restlichen Schmuck zurück. Überraschenderweise sollte das Wetter leider nicht mitspielen. Es regnete den ganzen Tag und kalt war es auch noch. Da in München der Weihnachtsfeiertag unwahrscheinlich warm war, kam es zu dem unglaublichen Fall, dass der Temperaturunterschied zwischen Sydney und der eben genannten Heimatstadt kaum vorhanden waren.  Was soll denn das!? Da verbringt man Weihanchten endlich mal im Sommer und das Wetter ist unter aller Sau. Dennoch hatten wir unseren Spaß mit kleinen Klebe Tattoos, die wir wohl alle noch von früher kennen.. Unsere Zeigefinger zierten winzige Baerte, die man sie sehr real unter die Nase halten konnte ;)

WeihnachtenWeihnachtenWeihnachten

Zum Glueck hat an Silvester das Wetter einfach druchgehend mitgespielt. Verplant wie wir waren, hatten wir Riesenglück auf einer kleinen Wiese außerhalb von Sydney einen fantastischen Blick auf die Stadt und das Feuerwerk zu haben. Nachmittags haben wir noch im Meer gebadet und als es später wurde, ging es dieses Mal typisch trinkfreudig weiter. Das Feuerwerk war wirklich der Wahnsinn! Ich bin glücklich, dieses Feuerwerk miterlebt zu haben.

Silvester - AusblickSilvester

Diese schoene Zeit hat irgendwie jetzt wieder ein Ende, denn ich muss jetzt nochmal auf Jobsuche gehen. Ich hoffe wirklich, dass es dieses Mal erfolgreicher ausgeht.

Liebe Grüße aus der Ferne in die Heimat !

Ach ja, ich habe Sommersprossen auf den Augenlidern ;)

Mittwoch, 19.12.2012

Sydney - Die Zweitteuerste Stadt Der Welt

Zwei ganze Monate bin ich nun schon am anderen Ende der Welt. Weit weg von Winter, Schnee und vor allem weit entfernt von den Menschen, die mich die letzten 19 Jahre begleitet haben. Ich kann jetzt sagen, ich bin hier angekommen! Ich fühle mich wohl!

Sydney ist beeindruckend und ich kann es endlich genießen. Von der Dachterrasse meines Hostels sehe ich die fantastische Skyline mit den vielen Wolkenkratzern. Dort lässt man entweder den Tag ausklingen oder es wird vorgeglueht. ;) Dank meines neuen Jobs im Hostel als „Weekendcleaner“ habe ich nun die Aufgabe den Saustall Sonntag in der Früh zu putzen. Darauf freue ich mich schon wie ein Schnitzel!

Wie ihr nun schon wisst, bin ich Putzfrau in meinem Hostel. Ich werde nicht bezahlt, sondern arbeite gegen Unterkunft. Das ist vor allem über Weihnachten und Silvester nicht schlecht, da in diesem Zeitraum die Hostelpreise stark ansteigen. Neben dem zweimaligen Putzen am Wochenende, verdiene ich mir mein Geld beim Flyer verteilen für Thai-Massagen. Das sind leider nicht die Jobs, die ich mir vorgestellt hatte, aber ich finde keine Arbeit als Kellnerin. Ich habe vermutlich zu wenig Erfahrung und auch mein Englisch ist momentan noch eine große Hürde. Doch werde ich weiterhin suchen, irgendwann wird es bestimmt klappen. Mit diesen beiden Jobs schaffe ich es endlich mich komplett selbst zu finanzieren und sogar schon einiges für die Reise zurückzulegen. Das ist das beste Gefühl!

Davor hat man wirklich jeden Cent dreimal umgedreht, bevor man sich irgendwas gekauft hat! Die Preise von Lebensmitteln sind hier aber auch der Wahnsinn. Die billigste Schokolade kostet 2AUD, was natürlich dazu geführt hat, dass ich in den ersten Wochen kaum Schokolade gegessen habe. Mittlerweile habe ich sehr leckere „Kekse“ entdeckt. Die Marke heißt TimTam und ich sage es euch, ich werde sie so sehr vermissen, wie ich jetzt die gute bayrische Brezn vermisse!!

Eine meiner vielen Überraschungen war auch, wie sehr mir das Leben im Hostel gefällt! Ich teile mir mein Zimmer mit neun weiteren Reisenden. Einige sind, wie ich, Longterms und arbeiten in Sydney. Man hat kaum Zeit für sich, doch man lernt schnell Freiraum zu finden. Ich habe mittlerweile ein unteres Bett vom Hochbett und ein Sheet, mit dem ich mir meinen eigenen Cave schaffen kann. So nennt sich das hier. Es ist eigentlich nicht viel eigener Raum, aber man kann ganz unbeobachtet schlafen und bekommt auch Trubel von Außen nicht immer mit. Von meinem Bett aus kann ich aus dem Fenster sehen und habe einen wunderschönen Blick auf den Royal Botanic Garden und die Harbour Bridge.

Was ist vorher passiert?

Zunächst hatte ich die Einfuerhungswoche. Ich habe in der Zeit zwei tolle Ausflüge gemacht. Der erste Ausflug war eine Hafenrundfahrt mit genialem Blick vom Wasser auf die Bridge und das Opera House. Wir sind an einer Station, Watsons Bay, ausgestiegen und nach einem kleinen Spaziergang sind wir am Rande der Klippen angekommen. Es war ein wunderschöner Ort! Dort wird die Bucht nochmal enger bevor der Hafen ins offene Meer mündet. Man konnte die Schiffe beim Einfahren und Verlassen des Hafens beobachten. Gleichzeitig rauschte das Meer und das Wasser spritze unterschiedlich an den Klippen in die Höhe. Es war ein perfekter Moment, sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen!

Der zweite beeindruckende Ausflug war ein Trip in die Blue Mountains. Wobei die Australier übertreiben, wenn sie es Gebirge nennen. Der groesste Hügel soll gerade 1200m hoch sein. Da sind wir mit den Alpen einfach andere Dimensionen gewohnt ;) Das Besondere soll der blaue Nebel sein, in dem die Hügel eingehüllt sein sollen. Leider hatten wir an dem Tag nicht genug Glück, das sehen zu können. Ich bin mir aber sicher, dass ich nochmal dorthin zurückkehren werde und dann sind die Berge bitte Blau! Danke! Trotzdem war die Natur einfach beeindruckend. Nicht der deutsche Mischwald mit den vielen Nadelbäumen, sondern ein Urwald mit dreimal dürft ihr raten, genau dem australischen Eukalyptusbaum. Der soll anscheinend auch verantwortlich für den nicht vorhandenen blauen Nebel sein. Ich freue mich schon aufs Reisen und die vielen Nationalparks mit unberührter Natur. Davor steht aber noch einiges an Arbeit an!

Noch fuenf Tage bis Heiligabend und ohne den Adventskalender von Mone und den Adventskerzen von den Schubkas, wuerde ich das bestimmt nicht wirklich wahrnehmen. Die Australier geben ihr Bestes, aber es sind einfach keine deutschen Traditionen! Ich will nicht in weihnachtlichen T-Shirts herumlaufen oder gar ein ganzes Kostuem tragen. Ausserdem kommt bei mir auch nicht Santa Claus, sondern das Christkind! Das kein Schnee liegt ist gar nicht schlimm, sondern das ganze Drumherum. Es gibt keine Plätzchen von den Omas und bisher habe ich auch noch keine echte Tanne gesichtet. Ich habe mir vorgenommen an Weihnachten in die Kirche zu gehen. Ein englischsprachiger Gottesdienst – da hilft es mir nicht weiter, das Vaterunser auswendig zu können.  Das wird bestimmt ein Erlebnis!

 

Ich wünsche euch allen ein verschneites schönes Weihnachtsfest! Wenn ihr noch ein Plätzchen essen wollt, aber eigentlich schon viel zu viele hattet, benutzt die beste Ausrede, dass ihr es für mich essen müsst!

Aktuelle Sommersprossenanzahl und -verbreitung: Bisher nur Gesicht betroffen, doch die Anzahl hat sich leicht erkenntlich verdoppelt, also genau 114 Stück. Wer bietet mehr?